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Yo era un chico
Ein sechzehnjähriger Junge betritt das Krankenzimmer, in dem sein Vater im Koma liegt, umgeben von Maschinen. Er weiß, dass er sich verabschieden muss und dass dies die letzte Gelegenheit ist, ihm das zu sagen, was er sich nie zu sagen getraut hat: wer er wirklich ist, die Angst, die er immer vor ihm hatte, die Scham und das Verlangen. Jahre später wird dieses unmögliche Gespräch zu Yo era un chico, dem langen Brief, in dem Fer Rivas seinem Vater endlich alles schreibt, was er während seiner Kindheit und Jugend verschwiegen hat.
Das Buch erzählt Szenen aus seinem Leben – die Schule, die ersten Freundschaften, die Entdeckung des Verlangens – und die Familiengeschichte: die galicischen Großeltern, die in den fünfziger Jahren nach Barcelona auswanderten, die SEAT-Fabrik, die von Aluminosis befallene Wohnung, der soziale Aufstieg und die Scham der Klasse, die Generationen durchzieht. In diesem Geflecht aus Erinnerungen versucht die Autorin, ihre Sexualität, ihre Identität und die Beziehung zu einem autoritären, abwesenden Vater zu verstehen, der von seinen eigenen Traumata geprägt ist.
Rivas schreibt einen schonungslosen und mutigen Text, der die Dinge beim Namen nennt – Liebe, Hass, Klasse, Verlangen, Angst – und der die Kette einer erstickenden und vererbten Männlichkeit durchbricht, die vom Großvater zum Vater und vom Vater zum Sohn weitergegeben wird. Yo era un chico ist zugleich ein Brief an den Vater, eine Familienerinnerung und eine Chronik darüber, wie Schweigen und symbolische Gewalt ein Leben prägen können, aber auch darüber, wie es möglich ist, Schluss zu machen und einen Weg zu einer anderen Art des Seins und der Welt zu öffnen.