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Tulsa
Dokumentarfotografie der amerikanischen Gegenkultur
Ursprünglich 1971 veröffentlicht, ist Tulsa ein wegweisendes Werk der Dokumentarfotografie und der amerikanischen Gegenkultur. In 64 Schwarz-Weiß-Aufnahmen porträtiert Larry Clark das Leben junger Menschen im Mittleren Westen der sechziger Jahre und zeigt Szenen von Gewalt, Drogenkonsum und von Marginalisierung geprägten Beziehungen. Das Buch gilt als unmittelbares und ungefiltertes Zeugnis, löste aufgrund seiner schonungslosen Offenheit Kontroversen aus und ist zu einem wichtigen Bezugspunkt für das Verständnis der sozialen und kulturellen Veränderungen jener Zeit geworden.
Fernab vom Ideal der amerikanischen Vorstädte enthüllt Clark das Leben hinter den Fassaden: Waffen, Drogen und Sex gehören zum Alltag einer Gruppe junger Menschen, die auf den ersten Blick gewöhnlich wirken würden. Die stark autobiografisch geprägte Arbeit dokumentiert über drei Jahre hinweg die Erlebnisse seines Freundeskreises und bietet eine bis dahin einzigartige Perspektive „von innen“. Während Fotografen wie Robert Frank die Vereinigten Staaten als externe Beobachter erkundeten, bringt Clark einen inneren Blick ein, der den dokumentarischen Stil mit der visuellen Erzählweise klassischer Fotoessays verbindet – jedoch mit einer Intimität und Schonungslosigkeit, die nachfolgende Generationen prägen sollten.
Der Einfluss von Tulsa auf die zeitgenössische Fotografie war zusammen mit dem Werk von Autoren wie Nan Goldin entscheidend; das Buch gilt als Meilenstein innerhalb der sogenannten intimen Fotografie.
Über den Autor
Larry Clark (Tulsa, Oklahoma, 1943) ist Fotograf und Filmemacher. Bekannt für seine provokante und realistische Arbeit, hat er Themen wie Jugend, Gewalt und Drogenabhängigkeit in der amerikanischen Gesellschaft untersucht. Tulsa ist sein erstes veröffentlichtes Werk und eines der einflussreichsten innerhalb dieses Genres.